Folgend gibt es ein paar Erfahrungen von uns, die wir in der Zeit der Planung gemacht haben.

Job / Sabbatical

Häufig ist man in der Situation, dass man einen Job hat (Work and Travel ist ein anderes Thema), den man ungerne aufgeben will. Immerhin bringt er Geld und wenn man wiederkommt ist eine direkte Beschäftigung ja nicht sofort gewährleistet. Also welche Option hat jemand, der einen festen Job hat, aus dem er nicht “rauskündigen” will? Viele haben es schon gehört – es ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Es handelt sich dabei um Sabbatical. Der Begriff Sabbatical kommt ursprünglich aus den USA und geht in den meisten Fällen ein Jahr (dabei gibt es aber immer unterschiedliche Definition von Sabbatical / Sabbat oder ähnlich). Eine konkrete (gesetzliche) Regel zu Sabbatical gibt es aber nicht. Jede Firma kann das mit seinem Mitarbeiter selbst aushandeln – sofern die Firma auch daran interessiert ist.

Folgende Möglichkeiten sind uns bekannt:

  • Ansparen von Überstunden und anschließendes “abfeiern” mit der Kombination von Urlaub und unbezahlten Urlaub.
  • Reduzierung von Gehalt über einen gewissen Zeitraum und anschließender Auszahlung in der Abwesenheit.

Sicherlich gibt es noch weitere Möglichkeiten. Sind euch welche bekannt? Schreibt uns, wir freuen uns über jede Information.

Um ein Sabbatical zu erhalten solltet ihr euch rechtzeitig mit eurem Chef auseinander setzen. So ist es nicht verkehrt, schon 1 1/2 Jahre vor dem eigentlich geplanten Sabbatical schon die erste Machbarkeit zu prüfen. Häufig, je nach Größe eures aktuellen Arbeitgebers, kann es passieren, dass die Vorbereitungen und der schlussendliche Vertrag einige Zeit in Anspruch nehmen. Vielleicht kann der direkte Chef das nicht alleine entscheiden und schon müsst ihr auf mehreren Ebenen Überzeugungsarbeit leisten.
Wichtig ist, dass ihr selbst sicher seid, dass ihr eine Auszeit wollt. Versucht aber nicht, dies mit “Gewalt” durchzubringen. Eventuell sagt der Chef nicht beim ersten Gespräch mit Freude “Ja”, aber vielleicht könnt ihr durch gute Begründungen oder Vorschläge seine Meinung ändern.

Sollte bei euch kein Sabbatical möglich sein, egal in welcher vertraglichen Ausgestaltung, bietet sich noch Work and Travel an. Ihr findet zu Work and Travel im Internet ausreichend Informationen.

Versicherungen

Krankenversicherung

Sofern ihr aus Deutschland kommt, habt ihr eine Krankenversicherungspflicht. Ihr müsst euch also in der Zeit, in der ihr nicht in Deutschland befindet und wo ihr ggf. kein Geld von einem Arbeitgeber bezieht, versichern. Dies geht je nach Alter und Reiseziel mit unterschiedlichen Versicherungsanbietern. Bestimmte Regionen (USA und Kanada) sind teurer und nicht überall gibt es eine Befreiung des Selbstbehalts. Eine reine Auslandsunfallversicherung reicht definitiv nicht aus. Ebenfalls müsst ihr der Versicherungsgesellschaft rechtzeitig mitteilen, dass ihr im Zeitraum X nicht in Deutschland seit. Ihr werdet dann in der Zeit, in welcher ihr einen alternativen Versicherungsbescheid vorlegen könnt und ihr kein Gehalt eines deutschen Arbeitgebers bezieht, gekündigt und müsst mit Rückkehr nach Deutschland euch erneut versichern. Sprecht einfach mit eurer Krankenversicherung – euer persönlicher Berater kann euch da meist besser helfen als die Hotline. Solltet ihr das nicht machen, wäre eine Nachzahlung fällig!

Wir haben uns für eine Versicherung der Hanse Merkur entschieden. Von STA Travel wird hierbei ein Spezialtarif angeboten, welcher auch in den USA und Kanada voll wirksam ist und keinerlei Selbstbehalt erfordert. Für den Premiumvertrag bezahlt ihr ca. 400€ für 7 Monate.

Haftpflichtversicherung

In Deutschland ist die Haftpflicht einer der Standardversicherungen. Sie ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber eigentlich hat jeder eine. Kleine Unfälle können einen ansonsten in den Ruin treiben. Im Ausland ist eine solche Versicherung ebenfalls sinnvoll. Die meisten guten Versicherungspolicen decken auch Unfälle im Ausland ab. Überprüft unbedingt eure Versicherung ob sie auch wirklich so leistet, wie ihr es im Ausland benötigt. Wir empfehlen die Haftpflicht der Haftpflichtkasse Darmstadt.

Sozialversicherung

Solltet ihr weiterhin bei eurem Arbeitgeber angestellt sein, braucht ihr euch darum nicht kümmern. Solltet ihr aber freigestellt werden, solltet ihr unbedingt prüfen, ob es sich für die Rentenversicherung lohnt, weitere Beiträge zu zahlen. Geht dort einfach auf die Deutsche Rentenversicherung zu – auf deren Internetseiten gibt es unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten.

Zusätzliche Versicherungen

Prüft am besten, ob eure Versicherungen im Ausland auch Leistungen erbringen. Bestimmte Versicherungen mögen für die Zeit im Ausland keinen Sinn mehr ergeben. Für diese Fälle lohnt es sich, diese zu kündigen, oder wenn möglich eine Anwartschaft zu beantragen. Die Anwartschaft ermöglicht euch, zu gleichen Versicherungskonditionen wie bei Vertragsunterschrift die Versicherung wieder aufzunehmen. Meist kostet sie ca. 10% der aktuellen monatlichen Beiträge. Das lohnt sich insbesondere bei Versicherungen, welche mit einem höheren Alter teurer werden oder wenn sich eure Gesundheit inzwischen verschlechtert hat.

Wohnung

Solltet ihr eure Wohnung nach eurer Rückkehr weiterhin bewohnen wollen, müsst ihr rechtzeitig mit der Hausverwaltung / dem Vermieter in Kontakt treten. Für die Zeit, in der ihr nicht anwesend seid, könnt ihr ganz legal einen Zwischenmieter bei euch wohnen lassen. Der Vermieter kann dagegen eigentlich nichts sagen. Aber im Sinne einer weiteren positiven “Zusammenarbeit” mit dem Vermieter ist dies in eurem eigenen Interesse. Sobald ihr einen Zwischenmieter für den Zeitraum gefunden habt, müsst ihr den Vermieter schriftlich über die einziehende Person informieren. Hier sollten alle wichtigen Informationen mit übergeben werden.

Entscheidet euch auch frühzeitig, ob ihr die Wohnung möbiliert oder unmöbiliert vermieten wollt. Je nach Entscheidung ist ein Zwischenvermietungsvertrag auch unterschiedlich aufzusetzen (Pflichtenheft, Inventarliste etc.).

Wenn ihr den Untermieter nicht persönlich kennt, bietet sich über die Deutsche Post eine Weiterleitung eurer Post an ein Familienmitglied an.

Vollmachten

Solltet ihr weiterhin laufende Verträge haben (zum Beispiel ein Leasingvertrag für Geräte/Autos) welche in eurer Abwesenheit fällig werden oder unklare Vertragssituationen vorliegen, welche in eurer Abwesenheit geklärt werden müssen, solltet ihr einer Person eures Vertrauens eine Generalvollmacht ausstellen. Diese Generalvollmacht muss notariell beglaubigt werden (bei Wohneigentum ggf. beurkundigt). Ruft dazu bei einem euch bekannten Notar an (Gelbe Seiten/Google) und erfragt den entsprechenden Preis. Die Preise sind vorgegeben und richten sich nach eurem Vermögen. Dieser wird dann mit euch alles nötige besprechen und euch mitteilen, wie die nächsten Schritte aussehen.

Grundsätzlich solltet ihr für Notfälle noch eine Bankvollmacht ausstellen. Entsprechende Formulare stellen die meisten Banken auf deren Internetseiten zur Verfügung. Bei Filialbanken bietet sich ein Termin bei einem Kundenberater an.

Führerschein

Ein internationaler Führerschein ist in den meisten Ländern außerhalb der EU Pflicht und sollte unbedingt dabei sein, solltet ihr mit dem Auto (oder ähnlich) unterwegs sein wollen. Den bekommt ihr normalerweise bei eurer zuständigen Behörde – dort kostet er um die 17€. Ihr benötigt dafür ein aktuelles biometrisches Passfoto, euren EU-Kartenführerschein und eueren Personalausweis. Mit einem Termin dauert das Prozedere um die 5 Minuten.